Reiseberichte Griechenland

Athen, die griechische Metropole

Diese Kontraste offenbaren sich bereits, wenn man von der Akropolis über das unendliche Häusermeer der griechischen Metropole in Richtung Piräus schaut. Hier oben die imposanten Reste jahrhundertealter Bauwerke und unten ein Konglomerat aus Beton, Glas und Stahl. Was wohl in zweitausend Jahren von diesen Bauten der modernen Architektur noch übrig sein mag? Doch inmitten dieses Meeres aus Beton und Stahl findet man, so man mit offenen Augen durch Athen läuft wie Inseln im Meer verstreut viele weiter Kleinode antiker und byzantinischer Architektur. Bei einem solchen Bummel durch die Athener Straßen entdeckte ich etwas, was mir zunächst die Sprache verschlug. Ein kleines Kirchlein auf dem Fußweg, überdacht von den Obergeschossen eines Hochhauses! Ein fast unglaubliches Bild, aber ein typisches Beispiel für die Gegensätze, die es wohl nur in Athen so gibt. Und wenn man dann noch erfährt, dass das Kirchlein aus dem 17. Jahrhundert stammt, “Agia Dinami” heißt und ein Denkmal des Befreiungskampfes gegen die Türken ist und sich unter die Obhut des Kultusministeriums “begeben” hat, kann man dieses Gebäudeensemble eigentlich nur noch als eines der Athener Wunder bezeichnen.
Ein weiterer Athener Kontrast ist einerseits der nie ruhende Verkehr auf den Hauptmagistralen und Plätzen wie dem kreisrunden Omoniaplatz und andererseits der fast dörfliche Charakter der Plaka (Altstadt). Hier sitzen die alten Männer vor dem Kafenion, spielen, trinken Kaffee, Ouzo oder Wein, diskutieren oder beobachten ganz einfach nur die vorbeieilenden Touristen. Dabei drehen sie kleine Kettchen, Komboloi genannt durch die Finger. Diese Beschäftigung dient aber wohl mehr dem Zeitvertreib. Ursprünglich dienten diese Relikte aus osmanischer Zeit, die von den Griechen kritiklos übernommen wurden als Gebetskettchen, ähnlich dem Rosenkranz. In einem entlegenen Berg- oder Inseldorf geht es nur deshalb beschaulicher zu, weil dort die Touristenströme fehlen, die sich hier durch die Souvenirshops der Athener Altstadt drängen. Diese Männer haben das, was mir als Teilnehmer des Massentourismus fehlt - Zeit! Sollte es aber meine Zeit erlauben, werde ich noch oft nach Athen reisen. es gibt noch viel zu sehen!

Infos zum Autor "Frank":
Frank Schmitt
E-Mail: auftragseingang(at)gmx.net
Web: http://

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