Reiseberichte Ostsee

Ostseeurlaub auf der Insel Hiddensee

In unserem diesjährigen Sommerurlaub auf Rügen an der Ostsee wollten wir uns endlich die Insel Hiddensee genauer anschauen. Das Eiland westlich von Rügen erreicht man nur mit einer Fähre. Die Überfahrt empfiehlt sich ab Schaprode. Wer mehr Zeit für den Ausflug mitbringt und gleich vom Festland übersetzen möchte, bucht eine gut zweistündigen Tour ab Stralsund.

Hiddensee – „Dat söte Lännchen“ – wie die Einheimischen ihre Insel liebevoll nennen, ist wie geschaffen zum Ausruhen und Schauen. Niemand darf mit dem Auto auf die Insel, es gibt nur den nötigsten Fahrzeugverkehr. Die Touristen wandern, fahren Rad oder werden auf der Pferdedroschke ans Ziel gebracht. Der Großteil der Insel gehört zum “Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft”. Fast alle anderen Gebiete sind mit Ausnahme der vier vorhandenen Orte Landschaftsschutzgebiet.

Als wir in Vitte ankamen, mieteten wir uns gleich für wenig Geld Fahrräder – sehr zu empfehlen, da man nur so während einer Tagestour erste Eindrücke von der gesamten Insel sammeln kann. Vitte ist mit 650 Einwohnern der größte Ort der Insel, verfügt über einen Jachthafen, wunderschöne alte Häuser und Katen. Hauptaugenmerk sind die Windmühle und die 200 Jahre alte Blaue Scheune – heute Künstlerwohnsitz und Gemäldegalerie.

Die Tour ging weiter nach Kloster, dem kulturellen Hauptort der Insel, mit Gerhart-Hauptmann-Haus, einer fast 700 Jahre alten Kirche, Boutiquen, Restaurants, Hotels und Ferienwohnungen. Wir suchten allerdings Natur und fuhren zur Nordspitze der Insel, die übrigens in ihrer Form einem Seepferdchen gleicht. Uns zog es zum Schinkel-Leuchtturm auf dem Dornbusch. Er ist das beliebteste Ausflugsziel. Wir hatten Glück und konnten von oben einerseits bis Dänemark und andererseits bis zu den Kirchtürmen Stralsunds blicken. Gleich nebenan steht Kachelmanns Wetterstation, die erfreulicherweise meldet, dass hier die meisten Sonnenstunden in ganz Deutschland gemessen wurden.

In Grieben, einem verschlafenen Ort konnten wir uns mittags vorzüglich bei mecklenburger Küche mit fangfrischen Fischgerichten stärken. An der westlichen Inselküste, direkt zwischen Kloster und Vitte erstreckt sich ein kilometerlanger, breiter, weißer Sandstrand. Der Ort lädt unweigerlich zum Verweilen ein. Hier nahmen wir ein ausgedehntes Sonnenbad, genossen ungetrübtes Badevergnügen und nutzten die Zeit, um unsere Pläne für einen nächsten Urlaub zu schmieden. Wir wollen nämlich wiederkommen – auf Hiddensee inmitten der Ostsee.

Infos zum Autor "Bodensee":
Jürgen Watzinger
E-Mail: juergenwat(at)gmx.de
Web: http://www.graph-o-lution.de

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